Woher kommt Just Culture?
Von der Sicherheitswissenschaft und der Luftfahrt bis hin zu anderen komplexen Sektoren.
Die moderne Ausarbeitung stammt aus der Sicherheitswissenschaft rund um komplexe, risikoreiche Organisationen. Der Psychologe James Reason beschrieb Just Culture 1997 als Teil einer informierten Sicherheitskultur, zusätzlich zu einer Berichtskultur, einer Lernkultur und einer flexiblen Kultur.
Vor allem die Luftfahrt setzte das Prinzip in die Tat um. Unfälle und Beinaheunfälle können nur untersucht werden, wenn Piloten, Fluglotsen, Techniker und andere den Mut haben, Informationen weiterzugeben. Luftfahrtorganisationen haben daher Meldesysteme entwickelt, die häufige Fehler nicht automatisch bestrafen, aber vorsätzliches oder rücksichtsloses Verhalten begrenzen. SKYbrary beschreibt diese Entwicklung; Die Europäische Union hat den Grundsatz 2014 in Regeln für die Meldung von Ereignissen in der Zivilluftfahrt festgelegt.
Später wurde Just Culture auch im Gesundheitswesen, im Eisenbahnwesen, im Energiesektor und in anderen Sektoren angewendet, in denen es wichtig ist, aus schwachen Signalen zu lernen. Es handelt sich also nicht um ein Luftfahrtverfahren, das eins zu eins kopiert wird, sondern um einen umfassenderen Grundsatz für den fairen und lernorientierten Umgang mit Fehlern und Risiken.